Saxo Bank
Premium-Investmentbank · Seit 1992
FCA / ASIC / MAS · 0 € Mindesteinlage · 72.000+ Instrumente
1. Saxo Bank — Das Premium-Segment
Saxo Bank ist nicht einfach ein Online-Broker — es ist eine voll lizenzierte Investmentbank mit dänischen Wurzeln und globaler Reichweite. Gegründet 1992 in Kopenhagen, gehört Saxo zu den Pionieren des Online-Handels und hat sich über drei Jahrzehnte als Premiumanbieter positioniert. Das Klientel: vermögende Privatanleger, Family Offices und institutionelle Investoren.
Diese Positionierung hat Konsequenzen — positive wie negative. Das Produktangebot mit über 72.000 Instrumenten ist schlichtweg gigantisch. Die Plattformen sind technisch brillant. Aber die Gebührenstruktur spricht deutlich die Sprache einer Bank, nicht die eines Discount-Brokers. Wer Schnäppchen sucht, ist hier falsch.
Für Anleger, die bereit sind, für Qualität zu bezahlen, bietet Saxo Bank ein Handelserlebnis, das in der Tiefe und im Funktionsumfang nur von Interactive Brokers übertroffen wird — und selbst dort ist der Vergleich knapp.
2. SaxoTraderPRO & SaxoTraderGO
Saxo stellt zwei Plattformen bereit: SaxoTraderGO (Web und App) für den täglichen Gebrauch und SaxoTraderPRO (Desktop) für professionelle Anforderungen. SaxoTraderGO ist eine der elegantesten Web-Plattformen am Markt — die Chartdarstellung ist gestochen scharf, die Navigation logisch, und die Ausführungsgeschwindigkeit beeindruckend.
SaxoTraderPRO richtet sich an Vieltrader und bietet Multi-Monitor-Support, erweiterte Optionsstrategien mit Payoff-Diagrammen, Algo-Order-Typen und tiefgehende technische Analyse-Tools. Die Integration von Morningstar-Research und Marktanalysen direkt in die Plattform ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
Die mobile App von Saxo (basierend auf SaxoTraderGO) gehört zum Besten, was der Markt bietet. Touch-ID-Login, Watchlists mit Push-Alarmen und eine Orderausführung, die sich nahtlos anfühlt — hier wurde nicht gespart. Der einzige Kritikpunkt: Die Ladezeiten bei besonders komplexen Chartansichten können auf älteren Geräten etwas länger ausfallen.
3. Gebühren — Premium hat seinen Preis
Die Gebührenstruktur von Saxo Bank ist mehrstufig: Classic, Platinum und VIP. Im Classic-Tier beginnen US-Aktien bei 1 USD Kommission, europäische Aktien bei 0,08 %. Forex-Spreads starten bei 0,4 Pip auf EUR/USD. Für Gelegenheitshändler sind das faire Konditionen — für aktive Trader können die Kosten allerdings höher ausfallen als bei IBKR oder XTB.
Platinum- und VIP-Kunden (ab 200.000 € bzw. 1 Million €) erhalten signifikant bessere Konditionen: niedrigere Spreads, reduzierte Kommissionen und persönliche Ansprechpartner. Wer das Kapital mitbringt, bekommt einen Service, der an Private Banking erinnert.
Positiv: Keine Depotführungsgebühren, keine Inaktivitätsgebühren, kostenlose Einzahlungen per Banküberweisung. Währungsumrechnungen kosten 0,25 % — weniger als bei den meisten Brokern, aber deutlich mehr als bei Interactive Brokers. Im Gesamtbild ist Saxo nicht der günstigste Anbieter, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt für die gebotene Qualität.
4. Handelsangebot — 72.000+ Instrumente
Die Zahl beeindruckt: über 72.000 handelbare Instrumente. Das umfasst Aktien von mehr als 50 Börsen, über 7.000 ETFs, Optionen, Futures, Anleihen, Investmentfonds, Forex und CFDs. In der Breite des Angebots kommt nur Interactive Brokers annähernd an Saxo heran.
Besonders stark ist Saxo bei Anleihen und Investmentfonds — Assetklassen, die viele Online-Broker komplett ignorieren. Wer ein diversifiziertes Portfolio aufbauen möchte, das über Aktien und ETFs hinausgeht, findet bei Saxo die nötige Infrastruktur.
Managed Portfolios runden das Angebot ab. Ab 10.000 € können Anleger in algorithmusbasierte, automatisch rebalancierte Portfolios investieren — eine Art Robo-Advisory mit dem Siegel einer etablierten Investmentbank. Die Performance ist transparent einsehbar, die Gebühren beginnen bei 0,75 % p.a.
5. Regulierung & Sicherheit
Saxo Bank A/S unterliegt als dänische Investmentbank der Aufsicht durch die dänische FSA. Die internationalen Einheiten sind bei FCA (UK), ASIC (Australien), MAS (Singapur) und weiteren Behörden registriert. Die Einlagensicherung greift in Dänemark bis 100.000 € über den Garantifonden — ein deutlich höherer Schutz als die zypriotischen 20.000 €.
Das Bankstatus-Siegel ist entscheidend: Im Gegensatz zu den meisten Brokern, die als Wertpapierfirmen operieren, ist Saxo eine vollständig regulierte Bank. Das bedeutet strengere Eigenkapitalanforderungen, regelmäßige Stresstests und eine Aufsicht, die über das übliche Broker-Niveau hinausgeht.
6. Kontoeröffnung
Die Kontoeröffnung bei Saxo dauert etwas länger als bei Neo-Brokern — 15–20 Minuten für den Online-Antrag, plus 1–3 Werktage für die Verifizierung. Als Bank gelten strengere KYC-Anforderungen: Ausweis, Adressnachweis und in manchen Fällen ein Einkommensnachweis werden verlangt.
Die Mindesteinlage wurde abgeschafft — technisch kann man mit jedem Betrag starten. Saxo empfiehlt jedoch mindestens 2.000 € für ein sinnvolles Handelserlebnis. Einzahlungen per Banküberweisung und Kreditkarte sind möglich; PayPal oder Sofortüberweisung werden nicht unterstützt.
7. Kundenservice
Der Support von Saxo Bank gehört zu den besten der Branche. Telefonischer Support ist in deutscher Sprache verfügbar, die Mitarbeiter sind Finanzprofis — keine angelernten Call-Center-Agents. Die Wartezeiten lagen in unserem Test unter zwei Minuten. E-Mail-Anfragen wurden innerhalb eines Werktages beantwortet.
Für Platinum- und VIP-Kunden gibt es dedizierte Kundenbetreuer, die auch bei komplexen Fragestellungen zu Portfolio-Strukturierung oder Steueroptimierung helfen. Dieses Service-Niveau ist in der Online-Broker-Welt eine Seltenheit und rechtfertigt die etwas höheren Gebühren.
8. Vorteile & Nachteile
Vorteile
- 72.000+ Instrumente — riesige Auswahl
- SaxoTraderPRO ist erstklassig
- Bankstatus mit hoher Einlagensicherung
- Exzellenter deutschsprachiger Support
- Anleihen & Fonds handelbar
Nachteile
- Höhere Gebühren als Discount-Broker
- Beste Konditionen erst ab 200k €
- Kein PayPal oder Sofortüberweisung
- Kontoeröffnung dauert etwas länger
9. Fazit — Für wen ist Saxo Bank geeignet?
Saxo Bank spricht Anleger an, die Qualität über Preis stellen. Wer ein breites Produktangebot, professionelle Plattformen und bankentypische Sicherheit schätzt, findet hier ein Gesamtpaket, das in der Online-Broker-Landschaft seinesgleichen sucht. Die Kombination aus 72.000+ Instrumenten und erstklassigem Support ist einzigartig.
Für Kleinanleger, die primär auf Kosten achten, oder für Neo-Broker-Nutzer, die eine simple App-Erfahrung bevorzugen, ist Saxo überdimensioniert. Doch wer ein ernsthaftes Investmentdepot aufbauen und langfristig verwalten will — eventuell auch mit Anleihen, Fonds und Managed Portfolios — trifft mit Saxo Bank eine exzellente Wahl.
| Gründung | 1992 |
|---|---|
| Hauptsitz | Kopenhagen, Dänemark |
| Regulierung | FCA / ASIC / MAS / Dänische FSA |
| Mindesteinlage | 0 € |
| Spreads ab | 0,4 Pip (EUR/USD) |
| Hebel (Retail) | Bis zu 1:30 |
| Plattformen | SaxoTraderGO, SaxoTraderPRO |
| Produkte | Aktien, ETFs, Optionen, Futures, Anleihen, Fonds, CFDs, Forex |
| Instrumente | 72.000+ |
| Managed Portfolios | Ja, ab 10.000 € |




